Nisthilfen

     Anmerkung: Zu NISTKASTENBAU bitte bis zum Ende rollen!

Nistkastenkontrolle 1 9 9 8 in Rodheim und Vetzberg

Die Kontrolle der 245 von mir allein betreuten Nisthilfen
erbrachte folgendes Ergebnis:
Kohlmeise-Blaumeise-Sumpfmeise-Feldsperling-Haussperling-
Star-Kleiber-Trauerschnäpper-Hausrotchwanz-Wespen+Hornisse
+ Mäuseund Siebenschläöfer als Zweitnutzer =

KM BM SM FS HS ST FL W/H Mäuse SIE
_______________________________________________________
42 14 2 26 11 41 2 7 3 5

Nistkastenkontrolle 1999 in Rodheim und Vetzberg

Die Kontrolle der 237 von mir allein betreuten Nisthilfen
erbrachte folgendes Ergebnis:
Kohlmeise-Blaumeise-Sumpfmeise-Feldsperling-Haussperling-
Star-Kleiber-Trauerschnäpper-Hausrotchwanz-Wespen+Hornisse
+ Mäuse und Siebenschläfer als Zweitnutzer =

KM BM SM FS HS ST KL FL HORN Mäuse SIE
_______________________________________________________________
55 17 1 23 8 25 2 4 3 10
1 Bachstelze, 1 Baumläufer, 1 Haubenmeise, 1 Gartenrotschwanz,


Nistkastenkontrolle 2000 in Rodheim und Vetzberg

Die Kontrolle der 233 von mir allein betreuten Nisthilfen
erbrachte folgendes Ergebnis:
Kohlmeise-Blaumeise-Kleiber-Feldsperling-Haussperling-
Star-Trauerschnäpper-Wespen+Hornisse
+ Mäuse und Siebenschläfer als Zweitnutzer = Gartenrotschwanz
KM BM KL FS HS ST FL W/H Mäuse SIE GART
____________________________________________________________
32 17 3 27 11 19 4 3 1 5 2

 

Zu den Daten der Nistkastenkontrolle 2001 in Rodheim und Vetzberg bitte nach unten rollen!!!

 


Siebenschläfer

November 2000
Alljährlich fordert der Kreisbeauftragte für Vogelschutz, Alfred Görlach (Holzheim), von seinen
örtlichen Beauftragten der Staatlichen Hessischen Vogelschutzwarte Frankfurt (OBV nach §33 des
hess. Naturschutzgesetzes) einen sog. Jahresbericht. In diesem Bericht wird auch eine Zusammen-
stellung der Nistkasten-Brutergebnisse erwartet. Karl Herrmann, der Biebertaler Vogelschutz-
beauftragte für Rodheim-Bieber und Vetzberg, hat diesen jetzt vorgelegt. Er betreut in der gesamten
Gemarkung mehr als 230 künstliche Nisthilfen von Wasseramsel- über Schleiereulenkästen, Röhren
und Kästen für Steinkäuze, Turmfalken-, Fledermaus- und Hornissenkästen sowie Klein- und Groß-
höhlen für Meisen, Kleiber, Stare, Sperlinge Fliegenschnäpper, Haus- und Gartenrotschwänze sowie
für Zweitnutzer wie Hummeln, Bienen, Wespen, Hornissen, Mäuse und Siebenschläfer.
In diesem Jahr ist lediglich die Anzahl der Meisenbruten zurückgegangen, während alle anderen
Nistkastennutzer "im Trend" des Vorjahres liegen. Erfreulich, dass gegenüber 1999 wieder fünf
Nachweise des Siebenschläfers geführt und auch wieder Hornissen festgestell werden konnten.
Fazit: Nach milden Wintern schreiten sehr verbreitete Vogelarten wie z.B. Meisen offensichtlich
weniger zum Brutgeschäft. Besonders auffallend ist, dass Trauerfliegenchnäpper sehr standorttreu
sind, was Karl Herrmann anhand langjähriger Aufzeichnungen nachvollzogen hat.
Außer den Nistkastenergebnissen berichtet er von mindestens sechs Brutpaaren des Mäusebussards,
von einem Brutpaar des Rotmilans - dem Vogel des Jahres - , von einer Brut des Turmfalken sowie
von drei Brutpaaren des Steinkauzes, der damit "in Biebertal wieder Fuß gefasst hat".
In der Burg Vetzberg haben 8 bis 10 Bruten des Mauerseglers stattgefunden.
Um den Rodheimer Waldsportplatz wurde ein Brutpaar des Habichts registriert und im Herbst waren
wieder mehrere Bechsteinfledermäuse in Nistkästen zu bestaunen. Durch intensive Hegemaßnahmen
an den dortigen zahlreichen Waldameisennestern wurde eine Zunahme von Grün- und Grauspecht
erreicht. Auch ein Schwarzspecht-Paar ist dort seit Jahren zu Hause.

.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei der Kontrolle und Reinigung der Steinkauz-Röhren und -Kästen wurden diese beiden Steinkäuze angetroffen

Höhlenbrüter-Bericht Rodheim-Bieber und Vetzberg für 2001 (Presseartikel)

Für die Gemarkung Rodheim-Bieber und Vetzberg hat der Vogelschutzbeauftragte Karl Herrmann

nun die Ergebnisse der Bruten in den künstlichen Nisthilfen für 2001 zusammengestellt.

Die Zahlen im einzelnen (Vogelart/Brutpaare):

Kohlmeise 51

Blaumeise 20

Tannenmeise 2

Feldsperling 20

Haussperling 3

Star 20

Kleiber 2

Baumläufer 2

Gartenrotschw. 1

Wespe/Hummel 1

Mäuse 4

Siebenschläfer 4

3 Brutpaare Stare hatten sich in Steinkauz-Kästen eingenistet während 1 Baumläufer in einem

Fledermaus-Kasten(sein Nest quer gebaut) brütete. Der nasskalte Mai war schuld daran, dass

in vielen Nistkästen bei der herbstlichen Reinigung verhungerte Jungvögel vorgefunden wurden,

sagt Karl Herrmann. An der schlechten Witterung lag es auch, dass im Vetzberger Burgturm die

Erstbrut der Turmfalken nicht durchkam; dafür flogen bei der zweiten Brut aber zwei Jungvögel

aus. Auch die Mäusebussard-Bruten litten unter Futtermangel, denn es flog im Gailschen

Wäldchen ebenso nur ein Jungvogel aus wie in den fünf restlichen beobachteten Revieren.

An der Burg Vetzberg brüteten sieben Paare der seltenen Dohlen und auch die Mauersegler

waren wie in den Vorjahren mit etwa zehn Brutpaaren vertreten. In den Kästen bzw. Röhren für

den auf der Roten Liste der bedrohten Vogelarten stehenden Steinkauz gab es drei erfolgreiche

Bruten. Während im Schafsweg-Streuobst vier Jungvögel bereits Ende Mai ausgeflgen waren,

brüteten zu dieser Zeit im Buschgrund und im Vetzberger Baumgarten noch zwei Paare auf

jeweils vier Eiern, wie sich bei der jetzigen Kontrolle herausstellte, erfolgreich. Wie Karl

Herrmann feststellen konnte, benutzten die drei Brutpaare insgesamt zehn Nistkästen; die

nicht zur Brut benötigten waren Tagesschlaf- und Ruheplätze. So wurden jetzt im Herbst zwei

Steinkäuze angetroffen, wovon ein Vogel einen Ring trug. Die Beringung wurde in den

vergangenen Jahren bei zwei Bruten durch den Experten Rainer Holler für die Vogel-

schutzwarte Helgoland vorgenommen.

Erheblichen Schaden hat um den Rodheimer Waldsportplatz ein Waschbär angerichtet,

der bei der Nahrungssuche mehr als 30 Nistkästen „geplündert" hat.

Nach Abschluss der diesjährigen Kontroll- und Reinigungsarbeiten gibt Karl Herrmann

unumwunden zu, dass es ihm in zunehmendem Alter schon schwerer fällt, die über 230

künstlichen Nisthilfen, darunter 15 Steinkauz-, 3 Schleiereulen-, 8 Turmfalken und etwa

20 Fledermaus- und Hornissen-Kästen, allein zu betreuen, und er erhofft sich aus den mehr

als 250 Biebertaler NABU-Neumitgliedern aktive Mitarbeiter.

N I S T K A S T E N B A U

 

In einer Zeit zunehmender Bodenversiegelung, sich ausweitender Siedlungsflächen mit sterilen Parkanlagen und einer damit verbundenen Abnahme naturnaher Habitate in jahrhundertealten Kulturlandschaften schwinden die Nistmöglichkeiten für höhlen- und nischenbrütende Vogelarten.
Neben dem vorrangigen Erhalt noch vorhandener Lebensräume kommt langfristigen Maßnahmen wie dem Anlegen von Brutbiotopen (z.B. Streuobstwiesen und Wallhecken), aber auch kurzfristig dem Bereitstellen künstlicher Nisthilfen in besiedelten oder bewirtschafteten Gebieten eine besondere Bedeutung zu. Schon seit Jahrhunderten ist der Mensch bestrebt, Nisthilfen (z.B. Wagenräder, Eulenlöcher, offene Stallfenster) für Vogelarten anzubieten. Zum einen verstärken Vögel die `biologische Schädlingsbekämpfung` (Singvögel als Vertilger von `Schadinsekten`, Eulen als Mäusejäger). Zum anderen besitzen viele Vogelarten für den Menschen einen Symbolcharakter (Storch und Schwalbe als Glücksbringer). Zunehmende Bedeutung hat auch der Aspekt der Naturbeobachtung, der bei Kindern ein Umweltbewusstsein fördert. Nistkästen aus Holz oder Holzbeton sind eine Variante der Bruthilfen für Vögel, die aber auch den Fledermäusen, Bilchen (Nachttiere wie Sieben- und Gartenschläfer) und Hautflüglern (Hummeln, Hornissen) nützen. Die Kästen werden dort eingesetzt, wo die natürlichen Nestbaugrundlagen fehlen, der Lebensraum aber dennoch ausreichend Nahrungsmöglichkeiten bietet. Eine höhere Siedlungsdichte von Vögeln unterstützt die Reduzierung von Insekten und deren Larven, also von Käfern, Schmettelingen, Fliegen, Mücken und Schnaken. Dies schließt auch schutzwürdige Formen ein, alledings sorgt in der Regel schon die Revierverteidigung der Vögel dafür, dass die Insektenbestände nicht gefährdet werden. Dass z.B. Segelfalter vom Aussterben bedroht sind, ist überwiegend auf die Vernichtung von Futterpflanzen durch Entwässerungsmaßnahmen, auf den Pestizideinsatz und die Schlegelmahd zurückzuführen. Auf dieser Seite werden Hinweise zum Umgang und zum Bau gängiger Nisthilfen aus Holz gegeben, die mit relativ geringem Materialaufwand hergestellt werden können.

 


Aspekte, die beim Umgang mit Nisthilfen
berücksichtigt werden sollten

Wie viele Kästen?
Ästhetik und Kosten regeln die Zahl der Kästen. Vögel arrangieren sich bei geringen Abständen. Leere Kästen werden als Schlafplatz oder von Gliedertieren (Spinnen, Ohrwürmer, Asseln, Hummeln) für die Brut oder zum Überwintern genutzt.

Welches Material?
Zum Selbstbau ist ungehobeltes, unbehandeltes Nadelholz geeignet; als Holzschutz ist aussen Leinöl völlig ausreichend. Ungeeignet sind dagegen glatte und geruchsintensive Materialien (Tonröhren, Kunststoffe, Reifenausschnitte). Eine Alternative ist der Holzbetonkasten mit langer Haltbarkeit, jedoch im Eigenbau aufwändig.

Welche Maße, welcher Aufbau?
Eine Überblick geben die Tabelle und die Zeichnungen auf den folgenden Seiten. Besonders wichtig ist dabei die jeweilige Fluglochgröße. Ist es zu klein oder trichterförmig gebohrt, kann ein Nistkasten zu einer Todesfalle werden. Wer z.B. Blaumeisen fördern möchte, kann mit einem Durchmesser von 26-28 mm Kohlmeisen den Zutritt verwehren. Die Bohrung sollte zudem leicht nach innen/oben gerichtet sein, um einen Wassereintritt zu erschweren.

Wann und wie ist der Kasten zu reinigen?
Im Herbst sollten alte Nester entfernt und über den Hausmüll oder durch Vergraben kalt entsorgt werden, da sie von Parasiten befallen sind und zudem nicht wieder benutzt werden. Stark verschmutzte Reste sollten mit heißem Wasser herausgebürstet werden.

Wo, wie und wann sind Nistkästen anzubringen?
Die durchschnittliche Höhe für Singvogelkästen liegt zwischen 1,5 - 3 m. Der Kasten kann frei hängend oder fest an Ast, Stamm oder Gebäude installiert werden; der Standort ist leicht beschattet (ausgen. Fledermäuse) und der Wetterseite (West-Südwest) abgewandt. Auf freien Zu- und Abflug achten. Der Kasten sollte senkrecht bzw. leicht nach vorn geneigt sein, Steinkauzkästen dagegen wwgerecht auf/unter dem Ast. Wasseramselkästen sollten unter Brücken und Schleiereulenkästen an der Innenwand von Scheunenluken o.ä. angebracht werden. Nistkästen können das ganze Jahr über aufgehängt werden, da sie im Winter als Schlafhöhlen dienen.

Welchen Vögeln kann man Nisthilfen anbieten (Beispiele)?

Halbhöhlen-/Nischenbrüter:

  • Bachstelze
  • Grauer Fliegenschnäpper
  • Haus-, Gartenrotschwanz
  • Turmfalke

Höhlenbrüter

  • Dohle
  • Garten-, Waldbaumläufer
  • Hohltaube
  • Kohl-, Blau-, Tannen-, Haubenmeise
  • Mauersegler
  • Star
  • verschiedene Eulenarten
  • Wiedehopf

BEZUG von Schwegler-Holzbetonhöhlen in großer Auswahl bei der BSH,
Gartenweg 5, 26203 Wardenburg, 04407/5111, Fax 04407/6760, E-Mail: info@bsh-natur.de
Weitere Informationen: http://www.bsh-natur.de/buchladen.htm

 

_________________________________________________________________________________________________________

 


Literatur

  • Bastian, H.-W.: Vogelgerechte Nistkästen selbst gebaut; Kosmos, Stuttgart 2000
  • Berlepsch, H. Frh. von: Der gesamte Vogelschutz - seine Begründung und Ausführung; Verlag von H. Gesenius, Halle (Saale) 1904
  • BSH: Anleitung zum Bau und zum Anbringen eines Nistkastens; BSH-Merkblatt 9, 2 S.
  • BSH: Mehr Schutz für die Schleiereule! BSH-Merkblatt 11, 2 S., 1980
  • Flegg, J.J.M. & Glue, D.E.: Nestboxes; Britsh Trust for Ornithology, 1971
  • Henze O.: Kontrollbuch für Vogelnistkästen in Wald und Garten; Selbstverlag Dr. Henze, 1983
  • Kerber, M.: Steinkauz; NVN/BSH Ökoporträt 27, 4 S., 1994
  • Landesanst. f. Umweltschutz Baden-Württ.: Gebäude im Siedlungsbereich - Lebensraum für Vogel- und Fledermausarten; Arbeitsbl. z. Naturschutz 2; 1986
  • Nieders. Landesverwaltungsamt - Fachbeh. f. Naturschutz: Merkbl. 8: Schützt unsere Fledermäuse;1. A., Hannover 1983
  • Phillip, E.: Einheimische Fledermäuse; NVN/BSH-Ökoporträt 7, 1985
  • Pott-Dörfer, B. & Schupp, D.: Nistmöglichkeiten und Quartierangebote an Gebäuden für Vögel und Fledermäuse, in: Informationsdienst Naturschutz Nieders., Heft 6/95; Nieders. Landesamt für Ökologie
  • Ruge, K.: Vogelschutz - ein praktisches Handbuch; Ravensburg: Maier, 1989
  • Zimmerli, E.: Freilandlabor Natur - Schulreservat, Schulweiher, Naturlehrpfad; 4.A., WWF Zürich 1980


 

..zum Anfang