
Rapider Verlust von Naturnestern bei Mehlschwalben
Zufall oder nicht, sagt Karl Herrmann, der Vogelschutzbeauftragte für
Rodheim-Bieber und Vetzberg, nachdem er die diesjährige Mehlschwalben-
Zählung abgeschlossen hat: Die Anzahl der Brutpaare ist exakt dieselbe
wie im Vorjahr, nämlich 59! Im Jahre 2000 bedeutete dieses Ergebnis
traurigen Minus-Rekord, berichtet der engagierte Vogelschützer weiter;
dieser setzt sich in diesem Jahr fort, da die Anzahl von Naturnestern
rapide abgenommen hat, so dass nun nur noch 105 Nester – überwiegend
künstlich hergestellt – als Brutplätze vorhanden sind, also um 20 verringert.
Das Verhältnis Kunst- zu Naturnestern beträt inzwischen 70:30. Da den
Mehlschwalben für die Reparatur bzw. den Nestneubau kein geeignetes
Baumaterial mehr zur Verfügung steht – es gibt keine Lehmpfützen mehr
in der Gemarkung – ist absehbar, wann nur noch die künstlichen Nisthilfen
für das alljährliche Brutgeschehen zur Verfügung stehen werden.Lediglich
ein einziger beginnender Neubau eines Schwalbenpaares war bei der Kontrolle
zu beobachten, so Karl Herrmann, der sich besonders darüber freute, dass
ihm ein Pferdebesitzer in der Mühlecke 1 ein Rauchschwalben-Nest mit
vier Jungen präsentierte, welches erst in diesem Jahr in der Nähe des
vorjährigen Nistplatzes „aus reinem Pferdemist" erbaut worden ist.
Zum Schluss noch der Hinweis, dass die Biebertaler Beauftragten der
Vogelschutzwarte Frankfurt dank der Unterstützung durch die Gemeinde
kostenlos Kunstnester an Interessierte abgeben.